ANNEBÄBI IM SÄLI

Werkstatt für Theater und Somehuus Sursee
PREMIERE 15. Mai 2010

"Wenn er an Meyeli dachte, und dass er es haben könnte, so kams ihn an zu jauchzen und zu pfeifen. Und es schien ihm, als rüsteten die Engel im Himmel schon Geigen und Posaunen, um ihm zu helfen. Kroch ihm dann wieder der morndrige Tag unter dem Deckbett hervor - wie ein schleichend Ungeheuer vor die Seele - dann zitterte und bebte er, und seine Seele war bitter betrübt. Fand er Meyeli wohl noch? Wollte es ihn wohl? Und wie sollte er es anfangen, um zu ihm zu kommen? Die drei Fragen waren dreien Wolken gleich und hüllten seine Seele in Nacht." (Jeremias Gotthelf)

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BILDER ZUM PROJEKT

Zum Stück

Die Ausgangslage des Stücks ist einfach: Eine Laiengruppe hat sich vorgenommen, Gotthelfs «Annebäbi Jowäger» zu inszenieren. Doch die Proben des Dorftheaters verlaufen nicht ohne Komplikationen. Private Krisen, Probleme bei der Rollenverteilung, Zukunftsängste, Generationenkonflikte oder Sprachschwierigkeiten belasten die Arbeit der Liebhaberbühne.

Im kleinen Saal des «Ochsen» wird in bester Schweizerischer Volkstradition geprobt. Die gotthelfsche Theaterrealität widerspricht dem dörflichen Alltag der Laiendarsteller massiv. Was man auf der Bühne vereint und verheiratet, wird im Leben getrennt und geschieden.

Im Ochsensäli muss der deutsche Regisseur einen ganzen Bauerstand seelisch verarzten. Natascha, die schon in „Ueli der Knecht“, der letzten Produktion der Oberemmentaler Spielleute, die wüste Magd Stini verkörpern musste, möchte nun lieber das sittsame schöne Meyeli spielen. Sie hat sich gerade von Ihrem Freund Jack getrennt, der als ihr Bühnenbräutigam Jakobli schon gesetzt ist, der Bühnenkuss wird zum dramatischen Ereignis. Hans, der Bauer möchte lieber Ochsenmaulsalat essen als proben. Dagmar, die das ganze Projekt lanciert hat, kann nur mit eiserner Mühe das Ensemble zusammenhalten und die Spieler für den professionellen deutschen Regisseur begeistern. Ausser der Serviererin aus dem Balkan, hat kaum mehr jemand die Füsse auf dem Boden. Sie muss als Erzählerin schliesslich für eine Spielerin einspringen und den Gotthelftext in gebrochenem Berndeutsch geben und rettet dafür die Produktion.

 

Mitwirkende

REGIE / LICHT Livio Andreina
BÜHNE KOSTÜME MASKEN Anna Maria Glaudemans
MUSIK (Hackbrett) Hannes Boss
GRAFIK Thomas Küng
PRODUKTIONSLEITUNG Lisa Birrer-Brun
FOTOS Georg Anderhub

NATASCHA KREYENBÜHL
ALS MEYELI UND LISI Alisha Däschler

MICHAELA RÖTHLISBERGER
ALS MAGDALENA WETTGERN, GENANNT MÄDI Christine Meyer

DAGMAR BRENZIKOFER
ALS ANNEBÄBI JOWÄGER Lisa Birrer-Brun

MARIJA MLINAR Vera Rajkovic

JACK GIOVANOLI
ALS JAKOBELI JOWÄGER Röbi Bühler

HANS KNECHT
ALS HANSLI JOWÄGER Willy Portmann

HANSUELI WÜTHRICH
ALS SAMUEL SCHWARZ, GENANNT SÄMI Hanes Eggermann

HOLGER TETSCHKE Fabian Rohrer