BAJASS - EIN ERZÄHLTHEATER

muelldross-theater
Premiere 17. Januar 2020

Der Roman von Flavio Steimann kommt auf die Bühne!
Hanspeter Müller-Drossaart hat ihn bearbeitet und spielt!

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ZUM STÜCK

Auf dem abgelegenen Gandhof im stotzigen Luzerner Hinterland wurden der Bauer und seine Frau erschlagen aufgefunden. Kriminalkommissar Gauch macht sich noch vor Tagesanbruch auf, den Doppelmord aufzuklären. Schon bald zeigt sich, dass der Fall viel komplexer ist, als es zuerst den Anschein macht. Gauch lässt sich schliesslich auch auf dem Übersee-Dampfer Liberté einschiffen, wo er kurz vor New York den Bajass, den jugendlichen Täter und ehe-maligen, übel behandelten Verdingbuben der ermordeten Bauersleute stellt und gehen lässt.

Der Autor bedient sich zwar des Genres Kriminalroman, aber «Bajass» ist vor allem eines: eine sinnliche und psychologisch-hochdifferenzierte, grossartige Milieu- und Gesellschafts-studie, die letztlich illusionslos Partei für die Aussenseiter dieser Welt nimmt.

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MITWIRKENDE

Künstlerische Leitung und Bearbeitung Hanspeter Müller-Drossaart

Regie Buschi Luginbühl

Ausstattung / Technik Martin Burkhardt

Musik Till Löffler

Kostüm AnnaMaria Glaudemans

Fotos Projektionen Hanes Eggermann

Verlag Nautilus, 2014

Weitere Infos

Premiere und erste Vorstellungen

17. Januar 2020, 20:00 Uhr Theater Pavillon, Spelteriniweg 6, Luzern,
18. Januar 2020, 20:00 Uhr
19. Januar 2020, 17:30 Uhr

 

 

Flavio Steimann und sein Roman

Geboren 1945, wuchs Flavio Steimann als Sohn eines Deutschschweizer Vaters und einer Tessiner Mutter in Emmen, Luzern auf. Steimann schrieb schon immer Gedichte, Kurzgeschichten und Theaterstücke.1987 erhielt er den Schweizerischen Schillerpreis für seine Erzählung «Aperwind».

 

Ein Roman über die Kunst, die richtige Gelegenheit zu ergreifen, in einer Zeit des Umbruchs um 1900.

Schweiz, zu Beginn des 20. Jahrhunderts: In jahrhundertelang kaum veränderte bäuerliche Traditionen dringt langsam, aber unaufhaltsam die Moderne ein. Eisenbahnlinien, Telegrafenmasten, Verheißungen von Freiheit. Die alte, demütige Gesellschaft scheint sich nur noch wie Aprilschnee in schattigen Talsenken zu halten – doch der kann hartnäckig sein.

In kunstvoller Sprache und stimmungsvollen Bildern, die Erwartungen des Lesers immer wieder überraschend, erzählt Flavio Steimann von Albin Gauch. Gauch ist Ermittler bei der Polizeibehörde in einer kleinen Stadt und steht kurz vor dem Ruhestand. Die Angst vor einem tauben Bein plagt ihn, und er zweifelt zunehmend am Sinn seines Tuns. Da wird ein altes, kinderloses Bauernpaar im Wald erschlagen aufgefunden, das Bauernhaus ist durchwühlt, der schwachsinnige Knecht als Zeuge nicht zu gebrauchen, das Dorf weiß von nichts oder schweigt. Nur mithilfe eines Fotos, eines Mantelknopfs und eines gipsernen Schuhabdrucks stellt Gauch dem Mörder nach, unerwartet weit über die Grenzen des heimatlichen Tals hinaus, auf einem Auswandererschiff, das Kurs auf New York genommen hat.

Flavio Steimann streift mit seiner Geschichte eines Namenlosen, den der Hunger aus der Heimat und alsdann um die halbe Welt  treibt, auch die dunklen Seiten der Schweizer Vergangenheit: Armut, Verdingkinder, Rückständigkeit.